«Clubhouse ist die neue Rolex. Du bist fast schon stolz, wenn du eine Einladung bekommst.»

Diese Aussage aus dem ersten Gespräch zwischen Mitarbeitenden von Festland auf Clubhouse bringt den Hype auf den Punkt, der um das neue soziale Netzwerk entbrannt ist. Agenturen und Unternehmen stellen sich die Frage, wie mit Clubhouse umgegangen werden soll. Festland hat die App getestet – und im Team-Talk nach Antworten gesucht. Sechs Erkenntnisse aus dem Festland Klubhaus:

«Die Inhalte auf Clubhouse erreichen durch die Gespräche eine Tiefe, die sie von visuellen Netzwerken unterscheidet. Von Casting-Shows für Künstler*innen bis zu Expertentalks ist alles dabei. Allerdings wächst Clubhouse extrem schnell, was diese Moderation der Räume erschwert. Aussagen werden getätigt und sind im nächsten Augenblick nicht mehr abrufbar, bleiben aber in den Köpfen der Zuhörenden haften. Das hat nicht nur gute Seiten, denn negative Stimmen können sich ebenso verbreiten wie positive.»
Chiara | Process

«Ich sehe Clubhouse wie den Besuch in einer Bar. Es bildet einen Rahmen, um sich über Projekte und Arbeiten auszutauschen, ohne vielleicht immer die ganz grossen Fragen beantworten zu wollen. Je mehr Menschen sich an den Tresen setzen, desto spannender werden die Gespräche. Wir sollten unsere Kunden für diese neue Plattform sensibilisieren, die sich ohne grossen Aufwand bespielen lässt. Derzeit lebt die Plattform von Experimenten und der Lust, Neues zu entdecken.»
Katrin | Design

«Der Live-Charakter von Clubhouse bietet Unternehmen sowohl Chancen als auch Risiken. Chance, weil die Zielgruppe direkt angesprochen wird. Risiko, weil es herausfordernd sein kann, die Communities in einem festgesteckten Zeitrahmen zu erreichen. Um Inhalte auf Clubhouse zu erstellen, braucht es Experimentierfreude. Man muss sich darauf einlassen. Wir als Agentur können helfen, spannende Stories und Communities zu entdecken, aber wir können es unseren Kunden nicht abnehmen, sich selbst an Gesprächen zu beteiligen oder Räume zu moderieren.»
Sergio | Text

«Clubhouse hat eine Nische gefunden, in dem es das digitale Gespräch salonfähig gemacht hat. Wir haben etwas Neuartiges, das von einer cleveren Marketingstrategie profitiert. Die Verknappung durch «invites only» und die Einbindung von Influencern oder Prominenten hat zu einem Hype geführt, der sich durch die mediale Aufmerksamkeit multipliziert hat. User*innen identifizieren sich mit dem Netzwerk, weil nicht jeder einfach Teil davon werden kann. Die Frage ist, was mit Clubhouse geschieht, wenn diese Exklusivität abklingt.»
Beni | Lab

«Clubhouse erinnert an das Fernseh- oder Radioprogramm von früher. Wenn um acht Uhr abends der Krimi lief, musste man exakt um diese Zeit einschalten und sich eine Stunde nehmen. In dem Bereich hat sich unser Konsumverhalten durch Streams oder Replay-Funktionen verändert. Clubhouse positioniert sich gegen diesen Trend. Es ist ein lineares Netzwerk. Das, was gesagt wird, lässt sich in der nächsten Sekunde nicht mehr abrufen. Dieses bewusste «Zeit nehmen» für eine Sache haben wir in den letzten Jahren verlernt.»
Christian | Concept

«In einem ersten Schritt will Clubhouse vor allem viele User gewinnen, um mit Investoren oder an der Börse Geld zu machen – es ist ja praktisch ein Schneeballsystem. Der zweite Schritt ist dann die Monetisierung. Dann wird es sicher möglich sein, auf Clubhouse zu werben, zum Beispiel durch gesponserte Räume. Viel spannender ist aber, was jetzt schon möglich ist: Unternehmen können mit ihrer Expertise oder ihren Debatten live in Kontakt mit interessanten Communities treten.»
Marco | Strategy